Laufbahn

Seit Februar 2015 spiele ich für den hessischen Traditionsverein SV Darmstadt 98. Zum damaligen Zeitpunkt waren die Darmstädter Tabellendritter der 2. Bundesliga – und das als Aufsteiger! Natürlich träumte man insgeheim davon, bis zum Ende oben mitzuspielen. Dass wir dann aber sogar als beste Rückrundenmannschaft den Direktaufstieg schaffen würden, das kam schon einer kleinen Sensation gleich.

Fast noch höher war unserer Mannschaft aber anzurechnen, dass wir daraufhin unsere erste Bundesliga-Saison seit 1982 mit dem Klassenerhalt krönen konnten. Im zweiten Bundesliga-Jahr in Folge schafften wir es aber leider nicht, diese großartige Leistung zu wiederholen. Wir gaben uns nie auf und blieben lange auf Schlagdistanz zu den Nichtabstiegsplätzen, mussten aber am Ende den Weg zurück in Liga zwei antreten.

Für mich heißt es also jetzt: Alles auf Anfang bei den "Lilien". Ähnlich wie im Jahr 2015, als ich nach Darmstadt kam, wollen wir in der Saison 2017/18 in der zweithöchsten deutschen Spielklasse eine gute Rolle spielen. Meinen Vertrag habe ich mittlerweile bis 2019 verlängert. Und natürlich hoffe ich ein wenig darauf, mein 201. Bundesligaspiel in nicht allzu langer Zeit am Böllenfalltor bestreiten zu dürfen.

Profi-Debüt für Hannover

Meine fußballerischen Anfänge durchlebte ich allerdings in meiner niedersächsischen Heimat. Vier Jahre war ich gerade mal alt, da meldeten mich meine Eltern beim SV Staffhorst an, mein Jugendverein, für den ich dann acht Jahre lang kickte. Da ich mich dabei recht gut schlug, wagte ich im Juli 2000 den Schritt in die „große Stadt“ und wechselte zu Hannover 96. Dort spielte ich zunächst von der C-Jugend bis zur A-Jugend, ehe ich im Mai 2005 meinen ersten Profi-Vertrag erhielt.

Mein Bundesliga-Debüt verzögerte sich aber aufgrund eines Kreuzbandrisses bis zum 13. August 2006 (2:4-Heimniederlage gegen Werder Bremen). Bis zum Jahr 2010 trug ich das Trikot „der Roten“. 80 Bundesliga-Spiele absolvierte ich in dieser Zeit, erzielte elf Tore und bereitete acht weitere Treffer vor. Parallel zu meiner Zeit in Hannover bestritt ich zwischen Herbst 2006 und Frühjahr 2009 insgesamt 17 Partien für die deutsche U-21-Nationalmannschaft.

Meine letzte Saison in Hannover begann mit einer wahrlich nicht einfachen Hinrunde, in der ich mit Robert Enke einen Freund sowie ein Vorbild, eine Stütze als auch einen Wegweiser meiner bisherigen Profi-Karriere verlor. In der ersten Saisonhälfte 2009/10 kam ich auf 14 Bundesliga-Partien. In der Rückrunde folgten dann meine letzten drei Einsätze für 96, bevor ich den Rest der Saison aufgrund anhaltender Hüft- und Adduktoren-Beschwerden in der Reha verbrachte.

Neubeginn in Freiburg

Im Sommer 2010 vollzog ich schließlich einen persönlichen Umbruch und verließ meine Heimat, unter anderem auch wegen der emotional sehr aufreibenden Saison zuvor. Beim SC Freiburg wollte ich in einem ruhigeren Umfeld zurück zu alter Stärke finden. Die Zeit im Breisgau war wirklich schön und unglaublich lehrreich. Obwohl ich auch hier mit Verletzungen zu kämpfen hatte, bestritt ich insgesamt 60 Bundesliga-Spiele und kam dabei auf elf Treffer und fünf Assists. Speziell Trainer Christian Streich hat mich in Freiburg mit seiner Arbeit beeindruckt und inspiriert, ihn zähle ich neben meinem Vater sowie meinen Entdeckern Marcus Olm und Jürgen Stoffregen zu meinen wichtigsten Förderern.

Die Saison 2012/13 konnten wir mit dem Sportclub auf Platz 5 beenden und uns somit direkt für die Gruppenphase der Europa League qualifizieren. Ein großartiger Erfolg! Trotzdem entschied ich mich nach drei Jahren Freiburg für eine neue Herausforderung, bei Eintracht Frankfurt wollte ich mich wieder in einem etwas größeren und unruhigeren Umfeld beweisen. Zu diesem Zeitpunkt war bei mir die Neugier auf eine neue Erfahrung größer, als der Wunsch nach Sicherheit und emotionaler Ruhe. Auch wenn die Zeit bei der SGE für mich sehr unglücklich verlief, bereue ich diesen Schritt im Nachhinein nicht, auch wenn ich auf einige Erfahrungen des "Profifußballs" hätte gerne verzichten können.

Nach 1,5 Jahren Eintracht Frankfurt wurde ich also Darmstädter. Es ist ein tolles Gefühl, Teil der Mannschaft zu sein. Ich freue mich auf eine weiterhin spannende Zeit am Böllenfalltor!